Drastwa - Ein Bild zum Trachtenfest 2019


Meine Geburtsstadt Lübben ist in diesem Jahr (2019) Gastgeber des deutschen Trachtenfestes. Unter dem Titel „Drastwa – Tracht“ findet dazu ein Kunstprojekt statt, dass in einer Sonderausstellung und verschiedenen Workshopangeboten im Schloss Lübben erlebbar sein wird.

Ein Bild zum Thema Tracht zu malen entspricht nicht unbedingt meinem künstlerischen Metier und so fiel es mir zunächst nicht besonders leicht mich mit der Thematik auseinander zu setzen.

Nichtsdestotrotz mag ich Landschaften und noch lieber urtümliche Landschaften und so überlegte ich, wie ich diese mit dem Trachtenthema verknüpfen könnte.

Der scharfe Kontrast, zwischen der Bedeutung der Trachten früher und ihrer Rand-/Nischen-Bedeutung heute, schien mir sehr präsent, als ich mich stärker in die Thematik hinein fühlte. Ich beschloss also Vergangenheit und Gegenwart klar in meinem Bild gegenüber zu stellen und zwar in einer urtümlichen Spreewaldlandschaft, wie sie ich sie wahrgenommen habe, also ich dort aufwuchs.


Da für die Bewerbung zum Kunstprojekt eine Skizze vorgelegt werden musste, startete ich auch mit einer solchen. Zunächst ganz klassisch mit Bleistift auf einer meiner vorbereiteten Malplatten, gefolgt von einer monochromen Untermalung, um Licht und Schatten ins Bild einzubinden.


Wie man auf den Fotos gut sehen kann veränderte sich das Bild bereits in der Entwurfsphase und auch das endgültige Werk weicht in einigen Punkten vom Entwurf ab. Der Hintergrund dazu sind kompositorische Aspekte, die mir teilweise erst im großen Format bewusst wurden. Nicht alles, was in einem kleinen Bild gut wirkt, funktioniert auch auf gleiche Weise in einem großen Bilder (aber vieles).



Wichtig war es mir einige, für mich typische, surreale Elemente ins Bild einzubinden und so hatte ich meine Freude daran Bäume und Himmel ineinander zu weben, dadurch bekommt das Bild seine nachdenkliche Grundstimmung.

Als sehr herausfordernd erwies sich die Ausgestaltung des Bildes in den Texturen. Hier schwankte ich zwischen klar detaillierten Wiesenstücken, grob abstrahiertem Blattwerk und einfarbigen Rasenflächen zunächst hin und her. Einige Bereiche gelangen mir gut, andere weniger, aber es wirkte alles noch recht zerstückelt und wollte sich nicht zu einem guten Gesamtwerk fügen. Hinzu kam natürlich die Schwierigkeit, dass es sich um eine erdachte Landschaft und Komposition handelt, zu der es keine Vorlage gibt. Unter der Berücksichtigung des Abgabetermins entschied ich mich letztlich gegen viele Details und für einen lockeren Farbauftrag zugunsten eines guten Gesamteindrucks.



Ich griff den Osterwasser Brauch auf und arbeitete ihn ins Bild ein. Demnach holten die Mädchen und junge Frauen zu Ostern Wasser mit einem Tonkrug aus einem Spreewaldfließ. Dabei mussten Sie den ganzen Weg über schweigen. Die Jungen hingegen versuchten die jungen Damen zu erschrecken oder zum Lachen zu bringen. Brachen die Frauen ihr Schweigen so brachten sie „Plapperwasser“, statt „Heilwasser“ nach Haus.


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